Happy Birthday, Mr. Bond!

Ja, ich oute mich. Ich bin ein großer James-Bond-Fan. James Bond hat mein Leben als Kinogänger und Filmfreund geprägt. Einige der schönsten Kinoerlebnisse haben mit Bond zu tun. „In tödlicher Mission“ war der erste „Erwachsenenfilm“, den ich allein – ohne meine Eltern oder sonstige Verwandte – im Kino gesehen habe. Mit großen Augen und der Überzeugung: So muss Kino sein! „Der Mann mit dem goldenen Colt“ habe ich in einem mit Eierkartons ausgeschlagenen „Kino“ im Schullandheim gesehen. Dreimal! „Liebesgrüße aus Moskau“ bei einem älteren Bekannten Zuhause auf Video, was für mich auch etwas völlig Neues war. Dann das lange Warten auf „GoldenEye“. Mit zwei guten Freunden gleich zur Premiere, voller Vorfreude rein (damals noch ins wunderbare „Europa“-Kino) und dann dieses Gefühl, wenn endlich wieder das James-Bond-Theme durch das Kino schallte. „Casino Royale“ war der erste Kinofilm, den ich zusammen mit diesem wunderbaren Wesen gesehen habe, das jetzt meine Frau ist. Außerdem war der großformatige Band „Die James-Bond-Filme“ aus der Reihe Goldmann-Citadel mein erstes Filmbuch. Und die „Cinema“, mit Sean Connery in „Sag niemals nie“ auf dem Cover, war meine allererste Filmzeitschrift. Seit 31 Jahren begleitet James Bond nun schon mein filmisches Leben und noch immer verspüre ich dieses leise Kribbeln, wenn ein neuer Film angekündigt wird. Und ich hoffe, das bleibt auch noch lange so.

Heute jährt sich die Premiere des ersten Bond-Films, „Dr. No“, zum 50. Mal. Aus diesem Anlass habe ich mal alle 22 offiziellen Bond-Filme Revue passieren lassen und meine Top & Flop 007 aufgeschrieben. Alles natürlich rein subjektiv.

TOP 007

7. GoldenEye (1995)

Um auch Herrn Brosnan die Ehre zu erweisen, hier sein bester Auftritt in der Bond-Rolle. Lange musste man warten, bis es endlich wieder hieß „James Bond will return“. Und dafür ließen es die Macher dann ordentlich krachen. Im Film und beim schönen Titelsong. Aber hätte ich nicht zumindest einen Brosnan-Bond in den Top 7 unterbringen wollen, müsste hier wohl eher „Der Spion, der mich liebte“ (1977) stehen.

6. In tödlicher Mission (1981)

Mein erster Bond! Bei der Premiere im Kino gesehen und gleich Fan geworden. Dieser Film hat meine Kinoliebhaber-Laufbahn geprägt. Der „erdigste“ Bond mit Roger Moore. Relativ humorlos und ein „Best-Of“ der vorangegangenen Filme. Wer kann das nicht mögen?

5. Lizenz zum Töten (1989)

Der einzige Bond, den ich seit „In tödlicher Mission“ im Kino verpasst hatte. Tatsächlich sah ich ihn – wegen seines schlechten Rufs – erst viele Jahre später auf DVD. Egal was andere sagen: Dalton war ein großartiger Bond. Hart, brutal und doch von einer gewissen Eleganz. Dieser Bond war gefährlich.

4. Casino Royale (2006)

Als bekannt wurde, dass Daniel Craig der neue Bond wird, konnte ich nur den Kopf schütteln. Dieser Klotz? Bond? Und dann sah ich ihn im Kino und war von der ersten Sekunde an gebannt. Was für eine Präsenz. Und was für ein rasanter Film. Bond war zurück! Was für ein Comeback.

3. Liebesgrüße aus Moskau (1963)

Noch mehr Agentenfilm und weniger Big-Budget-Ereignis. Ich mag die „Liebesgrüße“ und ich erinnere mich noch gerne daran, als ich sie das erste Mal gesehen hatte. Das war Anfang der 80er bei einem Kumpel Zuhause auf Video! Zuhause! Auf Video! Das war damals noch überhaupt nicht selbstverständlich und für mich ein wahres Erlebnis.

2. Goldfinger (1962)

Sean Connery IST James Bond. Und „Goldfinger“ der Prototyp von allem, was da kommen sollte. Herrliche Schurken mit skurrilen Helfershelfern und wahnwitzigen Plänen, ein Ohrwurm als Titelsong und alles wirkt irgendwie größer als bei anderen Filmen.

1. Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969)

Ja, ich weiß. Man steht immer als Besserwisser und Querulant da, wenn man den einzigen Lazenby-Auftritt auf Platz 1 wählt. Aber ich mag den Film sehr, sehr gerne. Abgesehen von seiner ungewohnt melancholischen Komponente, hat er auch alles, was man von einem Bond-Film verlangt. Schöne Frauen, einen tollen Schurken, rasante Actionszenen, Spannung… und einen bombastischen Soundtrack. Außerdem war er damals der zweite Bond-Film, den ich sah (im Kino, als die Filme Anfang der 80er noch einmal gezeigt wurden – ich glaube im „Söge“ oder „U.T.“) und hat mich dann endgültig zum Fan gemacht.

Flop 007

7. Der MORGEN stirbt nie (1997)

Eigentlich ganz nett und die Rupert-Murdoch-Geschichte kommt auch gut rüber. Aber da hat man mit Michelle Yeoh eine der größten Martial-Arts-Darstellerinnen als Bondgirl.. und nutzt das nicht? Bitte mal „Police Story 3“ gucken, um zu sehen, wie man das macht. Auch sonst hätte aus dem Film weit mehr werden können, als es am Ende dann war.

6. Octopussy (1983)

Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut. Irgendwie bleibt wenig im Gedächtnis hängen. Und Mittelmaß ist dann doch zu wenig, für einen guten Bond.

5. Diamantenfieber (1971)

Dass Sean Connery nur des Geldes wegen noch einmal die Lizenz zum Töten annahm, merkt man leider zu jeder Minute. Er nimmt das alles nicht mehr ernst und spielt seinen Stiefel runter. Die unnötigen Humoreinlagen und das blasse Bond-Girl machen die Sache auch nicht besser.

4. Im Angesicht des Todes (1985)

Sorry, aber Roger Moore ist mittlerweile einfach viel zu alt für die Rolle. Und der von mir hochverehrte Christopher Walken kann als Bösewicht einfach keine Präsenz entwickeln. Da können auch Grace Jones und der schlecht gealterte „Duran Duran“-Song nichts mehr rausreißen.

3. Moonraker (1979)

James Bond goes Star Wars. Unterhaltsamer Trash, aber kein Bond.

2. Ein Quantum Trost (2008)

Eigentlich ist der Film nicht schlecht. Er hat einen überzeugenden Bond und eine interessante Story. Aber was haben die nur mit den Actionszenen gemacht? Alles so sehr auf „schnell“ und „Bourne“-gemacht (das Original plötzlich als Plagiat?), dass man nichts mehr erkennt. Das verdirbt einem ziemlich den Spaß.

1. Stirb an einem anderen Tag (2002)

Unsichtbare Autos, schlechte CGI, ein lustloser Brosnan und ein blasser Schurke. Das ist wirklich nicht der James Bond, den man sehen will.

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2 Antworten zu Happy Birthday, Mr. Bond!

  1. Sebastian sagt:

    Sehr schöne Würdigung, auch wenn ich die Top3 persönlich etwas umgruppieren würde. (»Liebesgrüße« vorne!) Nur bei »Moonraker« unter den Flops muß ich weinen. Eines der ewig unverstandenen Meisterwerke der Reihe! Vielleicht sage ich das aber auch nur, weil es MEIN erster Bond im Kino war. 🙂

  2. Marco Koch sagt:

    Hi Sebastian! Ja mit meiner Meinung zu „Moonraker“ ecke ich, gerade in meiner Generation, immer wieder an. Aber ich glaube, bei Bond macht es viel aus, welchen man als ersten und wann gesehen hat. „Moonraker“ habe ich erst recht spät – als die Bonds erstmals auf DVD raus kamen – geschaut. Vielleicht sollte ich ihm noch mal eine Chance geben 😉

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