Nordische Filmtage in Lübeck: Details zur schaurig-schönen Retrospektive

Ein sehr schönes Filmfest sind auch die traditionsreichen Nordischen Filmtage in Lübeck, die in diesem Jahr bereits zum 54. (!) Mal stattfinden. Zwischen dem 31.10. und dem 04.11. werden wieder zahlreiche Filme aus dem nordeuropäischen Raum gezeigt. Zusätzlich wird es auch wieder eine Retrospektive geben. Wie ich im Juni schon einmal schrieb, steht die diesjährige unter dem spannenden Motto: „Das kalte Grauen – Grusel und Schauder im skandinavischen Kino 1921-2011“. Passenderweise startet die Reihe an Halloween, am 31. Oktober 2012.

Gezeigt werden die Stummfilmklassiker „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922) von F.W. Murnau und der unglaubliche „Häxan“ von Benjamin Christensen. Beide werden in einmaligen Sondervorführungen in Kirchen gezeigt. Am 1. November läuft um 20 Uhr die restaurierte Fassung von „Nosferatu“ in der St. Petri Kirche zu Lübeck mit Live-Orchesterbegleitung von Studierenden der Musikhochschule Lübeck unter der Leitung von Prof. Franz Danksagmüller. Am 3. November wird um 20 Uhr „Häxan“ (Hexen) in der Reformierten Kirche vorgeführt. Das Hamburger Gitarrenorchester Gilbert Couché spielt überraschende Sounds und Interpretationen zu diesem besonderen Filmereignis.

Fast ein Stummfilm ist Carl Theodor Dreyers grandioser„Vampyr“ , der zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählt.

Eine ungewöhnliche Wahl ist Ingmar Bergmans Psychodrama „Die Stunde des Wolfs“ aus dem Jahr 1968. Es erzählt die Geschichte eines Malers und seiner Frau, die auf einer abgelegenen Insel leben. Albtraumhafte Visionen reißen das Paar in einen wahnsinnigen Strudel. In verschiedenen Programmblöcken wird die erste Staffel von Lars von Triers’ TV-Serie „Hospital der Geister“ von 1994 gezeigt.

Aus den 1950er Jahren sind die Filme „Das weiße Rentier“ (1952) von Erik Blomberg über die Legende eines weißen Rens aus Lappland zu sehen und „Der Totenteich“ von 1958 über sechs Menschen aus Oslo, die in eine einsame Hütte fahren, in der vor einiger Zeit ein Morddrama geschah und dort mit mysteriösen Vorfällen konfrontiert werden. Regie: Kåre Borgstrøm.

In die Gegenwart springt die Retro dann mit Tomas Alfredsons‘ Vampir-Kultfilm „So finster die Nacht“. Weiter geht es mit einem der großen Überrschungserfolge der letzten Jahre, „Trollhunter“ (Regie: André Øvredal, 2010). Ein vermeintliches „Dokudrama“ über die aufwendigen Bemühungen der norwegischen Regierung, die sensationelle Neuigkeit zu verbergen, dass es in Norwegen tatsächlich Trolle gibt und dass es sie immer gegeben hat.

Cecilie“ (2006) von  Regisseur Hans Fabian Wullenweber habe ich bereits 2006 auf dem Filmfest in Hamburg gesehen und war leider nicht besonders begeistert. „Marianne“ (2011) lief letztes Jahr auf dem Internationalen Filmfest in Oldenburg, und ich habe da insbesondere den sympathischen schwedischen Filmemacher Filip Tegstedt in Erinnerung. Meine damalige Besprechung findet man hier. Aus Island präsentiert die Retrospektive den Film „Schatten aus dem Jenseits“, der 1983 im Festival lief. Ein junges Paar ist nach dem Einzug in ein altes Haus mit eigenartigen Vorkommnissen konfrontiert. Es scheint, als würde das Haus immer mehr Macht über sie ausüben. Der Film von Egill Eðvarðsson war 1984 isländischer Oscar-Kandidat.

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