Interview mit Italo-Exploitation-Ikone Giovanni Lambardo Radice aka John Morghen

Von , 8. Juni 2010 13:43

Wer meinen Blog schon etwas länger und aufmerksam gelesen hat, der wird wissen, dass mein Herz lange Zeit für den (vor allem europäischen) Exploitationfilm geschlagen hat. Tatsächlich denke ich, wenn ich so zurückblicke, dass ich die kompletten 90er damit zugebracht habe, obskure Raritäten aus der bunten, und oftmals recht schmierigen, Welt des Bahnhofkinos nachzujagen. Das war damals weitaus schwerer als heute, wo selbst die verwegensten, merkwürdigsten und verrücktesten Filme problemlos auf DVD zu haben sind. Damals musste man sich noch VHS-Kopien (!) aus allen Herren Ländern zusammentauschen. Das war zwar ausgesprochen mühsam, hat aber auch einen Heiden Spaß gemacht :) Allein dieses Gefühl, wenn DHL einem mal wieder ein Paket mit unbeschrifteten Videokassetten aus z.B. Norwegen in die Hand drückte, und man dann fiebernd vor dem Fernseher saß, die Videokassetten in den Rekorder steckte und gespannt darauf war, welche Kleinode der Exploitation-Niederungen man jetzt wieder gefunden hatte. Und vor allem: In welcher Qualität? Denn da kam es schon mal vor, dass man eine 5. Generations-Kopie der griechischen Videokassette von Umberto Lenzis “Il coltello di ghiaccio” bekommen hatte. Ein Film von dem man schon mal irgendwo etwas gelesen hatte und seit Jahren hoffte, ihn auch irgendwann einmal sehen zu können. Zwar im falschen Bildformat, unscharf bis zum geht nicht mehr und die Farben wechselten gerne mal ins schwarz-weiß… aber man hatte ihn! Man war glücklich und guckte sich den Film trotz Augenkrebsgefahr mit höchstem Genuss an. Und heute? Da stöbert man in diversen nationalen oder internationalen Internet-Shops, sucht sich in Ruhe aus, was man haben möchte und ein paar Tage später hat man den Film mit gestochen scharfen Bild, in Widescreen und Dolby Ton bei sich Zuhause. Das ist super – aber die “Romantik” von früher ist dabei auf der Strecke geblieben.

Nach dieser (zugeben sehr langen) Vorrede, komme ich endlich zum Thema. Zwar ist meine Liebe zu dem Genre in den Jahren etwas zurückgegangen, aber noch lange nicht erkaltet! Deshalb treibe ich mich auch im Deliria-Italiano-Forum herum und musste vor Kurzem feststellen, dass ich den Admin Santini noch aus den alten Zeiten kenne, als ich in den 90ern bereits schon einmal in Sachen Film im Internet recht aktiv war und dort die Mailingliste “Obskure Filme” ins Leben gerufen hatte.

Santini hat vor einigen Tagen ein Online-Interview mit der Italo-Exploitation-Ikone Giovanni Lombardo Radice, besser bekannt als John Morghen, geführt und mir die Erlaubnis erteilt, dieses Interview im Filmforum Bremen komplett zu veröffentlichen. Dafür mein herzlicher Dank an ihn und gleichzeitig auch noch die ausdrückliche Empfehlung für alle Interessierte, sich das Deliria Italiano-Forum einmal näher anzusehen. Es lohnt sich!

Das Interview ist in englischer Sprache. Ich hoffe, das stellt für die meisten Leser kein Problem dar.

Giovanni Lombardo Radice

Actor / Director / Writer – to some better known as John Morghen.

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Niedersachsen fördert Umstellung auf digitale Projektionstechnik

Von , 7. Juni 2010 21:36

In Niedersachsen erhalten demnächst 16 Kinos zusammen 279.000 Euro für die Umstellung auf digitale Projektionstechnik. Dies geschieht auf Druck der Produktionsstudios, die bald ihre Filme digital anbieten wollen. Diese können dann zukünftig digital direkt an die Kinos übertragen werden. Damit  könnte der Filmverleiher bald Vergangenheit sein.

Da die Umstellung auf digitale Projektionen aber sehr teuer ist, wird sie mit öffentlichen Mitteln gefördert.

Die nun zur Verfügung gestellten Mittel stammen teils aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, teils aus dem Wirtschaftsförderfonds des Landes und werden über die Nordmedia Fonds GmbH, die Film- und Medienfördergesellschaft der Länder Niedersachsen und Bremen, vergeben. Profitieren werden nach Angaben eines Sprechers des Landes Niedersachsen vorrangig Programmkinos und Filmkunsttheater sowie kleinere Kinos in ländlichen Regionen, die der kulturellen Grundversorgung dienen. Eine Förderung in Höhe von je 18.000 Euro erhalten Betreiber von Kinos in Verden, Ankum, Quakenbrück, Diepholz, Damme, Osterholz-Scharmbeck, Osnabrück, Langenhagen, Buxtehude, Cuxhaven, Salzgitter, Hoya, Syke, Hann. Münden, Sulingen und Cloppenburg.

Quelle: http://weser-ems.business-on.de

Den ganzen Artikel findet man hier.

Ich kenne mich da nicht so aus. Ich hoffe doch, dass die alten Projektoren nicht weggeworfen werden, sondern die Kinos dann “zweigleisig” fahren. Denn was soll mit den ganzen alten Filmkopien geschehen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Studios (oder gar die Kinos) nun anfangen ihren gesamten Back-Katalog zu digitalisieren. Und es kann ja nicht angehen, dass auf einmal die Filmgeschichte vor 2000 quasi unspielbar wird.

Aber da spricht jetzt der technische Laie mit Modernisierungs-Paranoia.

Ganz nebenbei. Den Bayern ist die Förderung sogar noch etwas mehr wert:

Auch beispielsweise Bayern stellt Gelder für seine heimischen Kinos bereit. Dort investiert man ab 2010 künftig jährlich 1. Mio Euro.

Des Forums neue Kleider… reloaded

Von , 6. Juni 2010 18:52

Ich habe es schon lange geplant und nun bin ich endlich dazu gekommen es auch wirklich in die Tat umzusetzen: Ein neues Layout.

Das alte Layout stieß ja nicht gerade auf überschwängliche Begeisterung. Und nachdem es jetzt vier Monate online war, habe ich mich entschieden es komplett auszutauschen. Begünstigt wurde dieser Entschluss durch ein nettes WordPress-Theme, das ich vor Kurzem entdeckt habe und welches genau jene Möglichkeit bietet, die ich schon seit langem gesucht habe: Ganz unkompliziert Bilder in den Header einzufügen und diese dann per Zufallsprinzip rotieren zu lassen.

Nachdem ich zu Pfingsten die Bremer Kinos mit dem Rad abgefahren und mit einigen Schnappschüssen verewigt hatte, konnte es dann losgehen. Was mich noch stört ist, dass ich noch nicht von allen Kinos Fotos habe. Gondel, Cinestar und Cinespace fehlen noch. Die lagen einfach nicht auf dem Weg. sobald es aber meine Zeit zulässt, werden die auch noch von mir und meinem Fotoapparat besucht. Oder vielleicht findet sich ja auch ein edler Spender, der mir entsprechende Fotos rüber schickt?

Ich muss sagen, mir gefällt das neue Design sehr gut. Ich werde hier und dort noch ein paar Anpassungen vornehmen (und immer mal wieder neue Bilder in den Header einfügen), aber im Großen und Ganzen habe ich es jetzt so, wie ich es schon seit längerem gerne hätte.

Wie immer: Kommentare (auch kritische) zum neuen Look sind natürlich willkommen!

Originalfassungen in Bremen: 03.06.- 09.06.10

Von , 2. Juni 2010 15:37

Ob’s an der nun bald beginnenden Sommersaison liegt? Wie in den Vorwochen tummeln sicher eher wenige O-Fassungen in den Kinos. Die türkischen Filme bleiben verschwunden und im Cinemaxx dreht ein einsamer Rächer der Enterbten die Runde. Das war aber immerhin der Eröffnungsfilm des diesjährigen Filmfestivals in Cannes, auch wenn der mit Russell Crowe und Cate Blanchett hochkarätig besetzte und von Star-Regisseur Ridley Scott inszenierte “Robin Hood” dort eher frostig aufgenommen wurde.

Viel mehr tut sich in der aktuellen Woche leider nicht…

Robin Hood – Cinemaxx, Do.-Mi., 18:00 – “Prequel” zur bekannten Legende. Von Ridley Scott mit Russell Crowe und Cate Blanchett in den Hauptrollen in Szene gesetzt.

Versailles – Schauburg, Mi.-Do. 16:45 – französisches Drama mit dem Ende 2008 verstorbenen Guillaume Depardieu (Sohn von Gerard). Ein 5-jähriger Junge wird von seiner Mutter bei seinem obdachlosen Vater gelassen. Langsam nähern sich die Beiden einander an.

Das Lied von den zwei Pferden – Schauburg, Mi.-Do., 19:00 – Klingt nach einer Mischung aus Dokumentation und Spielfilm. Ein mongolischer Sänger kehrt auf der Suche nach einem verschollenen Lied in seine Heimat zurück. Regisseur Byambasuren Davaa wurde bei uns durch die beiden sehr erfolgreichen Filme “Die Geschichte vom weinendem Kamel” und “Höhle des gelben Hundes” bekannt. “Das Lied von den zwei Pferden” scheint an das Muster der Vorgänger nahtlos anzuknüpfen.

Das Piano – Kino 46, Do., Fr., Di. 20:30 & Sa., So. 18:00 – Neuseeländischer Filmklassiker von 1992. Regie: Jane Campion. Mit Sam Neill, Holly Hunter und Harvey Keitel.

Die Farbe des Granatapfels – Kino 46, So., 6.6., 20:30 – Sowjetische Spielfilm von Sergei Parajanov aus dem Jahre 1969 über das Leben des armenischen Dichters Aruthin Sayadin im 18. Jahrhundert. Sollte man sich mal ansehen. Das sowjetische Kino hat in dieser Zeit großartiges auf die Leinwand gebracht. Ich denke da nur an den thematisch ähnlichen “Andrej Rubrev“, welcher zu meinen all-time-favorites gehört. Präsentiert und eingeleitet wird der Film von der Schriftstellerin Daniela Danz.

I can’t think straight – Kino 46, Sa. 20:30; Mi., 20:00 – Britischer Spielfilm um zwei junge Frauen – eine aus einer christlichen jordanischen Familie, die andere aus einer indischen muslimischen Familie -, die sich ineinander verlieben.

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 07.6., 21:45

Kinderkino und “action & fun” am 20.6. im Kino 46

Von , 1. Juni 2010 16:54

Noch ein Veranstaltungshinweis, der mir ganz besonders am Herzen liegt.

Am 20. Juni gibt es für die kleinen Kinobesucher wieder “action & fun” im Kino 46. D.h., nach dem Kinderfilm um 15.00 Uhr wird bei dieser Kinder-Aktion unter Anleitung gebastelt, getobt und gespielt – und das Ganze ist im Preis der Kinokarte mit inbegriffen.

Eine wirklich tolle Sache, wie ich finde. Ich meine ja eh, dass Kinder schon früh ans Kino, und nicht an den “bösen” Fernsehapparat, herangeführt werden sollten. Zudem mag ich die Idee, Kino und Spielspass miteinander zu verbinden. So ist Kino für die Kinder wirklich ein besonderes und tolles Erlebnis. Das kann Fernsehen nicht bieten (abgesehen davon, dass die Atmosphäre im Kino eh “erhabener” und “geheimnisvoller” ist als vor dem TV-Gerät).

Am 20.6. wird um 15:00 zunächst der Film “Filmballaden für Kinder” von 1980 gezeigt, über den ich HIER etwas gefunden haben. Danach geht’s dann los mit dem “action & fun”.

Leider ist das dann auch erst einmal die letzte Veranstaltung dieser Art. Danach gibt es eine Sommerpause und im September geht es dann weiter.

“Bedways” am 5.6. mit Regisseur in der Schauburg

Von , 1. Juni 2010 11:31

Ich bin gerade darüber gestolpert, dass am 5.6. (Uhrzeit weiß ich leider noch nicht) in der Schauburg der Film “Bedways” von seinem Regisseur und Drehbuchautor RP Kahl vorgestellt wird.

“Bedways” hatte seine Premiere bei der diesjährigen Berlinale als Abschlussfilm der Sektion “Perspektive deutsches Kino”. Produziert und am Drehbuch mitgeschrieben hat übrigens Torsten Neumann, der Leiter des höchst empfehlenswerten Oldenburger Filmfestes (auch genannt, “das deutsche Sundance”).

Sehr hübsch finde ich den “Tour-Blog“, den RP Kahl eingerichtet hat, um seine Kinotour durch Deutschland zu doku- und kommentieren. Ich bin schon auf den Bremer Eintrag gespannt.. :)

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