Interview mit Italo-Exploitation-Ikone Giovanni Lambardo Radice aka John Morghen
Wer meinen Blog schon etwas länger und aufmerksam gelesen hat, der wird wissen, dass mein Herz lange Zeit für den (vor allem europäischen) Exploitationfilm geschlagen hat. Tatsächlich denke ich, wenn ich so zurückblicke, dass ich die kompletten 90er damit zugebracht habe, obskure Raritäten aus der bunten, und oftmals recht schmierigen, Welt des Bahnhofkinos nachzujagen. Das war damals weitaus schwerer als heute, wo selbst die verwegensten, merkwürdigsten und verrücktesten Filme problemlos auf DVD zu haben sind. Damals musste man sich noch VHS-Kopien (!) aus allen Herren Ländern zusammentauschen. Das war zwar ausgesprochen mühsam, hat aber auch einen Heiden Spaß gemacht
Allein dieses Gefühl, wenn DHL einem mal wieder ein Paket mit unbeschrifteten Videokassetten aus z.B. Norwegen in die Hand drückte, und man dann fiebernd vor dem Fernseher saß, die Videokassetten in den Rekorder steckte und gespannt darauf war, welche Kleinode der Exploitation-Niederungen man jetzt wieder gefunden hatte. Und vor allem: In welcher Qualität? Denn da kam es schon mal vor, dass man eine 5. Generations-Kopie der griechischen Videokassette von Umberto Lenzis “Il coltello di ghiaccio” bekommen hatte. Ein Film von dem man schon mal irgendwo etwas gelesen hatte und seit Jahren hoffte, ihn auch irgendwann einmal sehen zu können. Zwar im falschen Bildformat, unscharf bis zum geht nicht mehr und die Farben wechselten gerne mal ins schwarz-weiß… aber man hatte ihn! Man war glücklich und guckte sich den Film trotz Augenkrebsgefahr mit höchstem Genuss an. Und heute? Da stöbert man in diversen nationalen oder internationalen Internet-Shops, sucht sich in Ruhe aus, was man haben möchte und ein paar Tage später hat man den Film mit gestochen scharfen Bild, in Widescreen und Dolby Ton bei sich Zuhause. Das ist super – aber die “Romantik” von früher ist dabei auf der Strecke geblieben.
Nach dieser (zugeben sehr langen) Vorrede, komme ich endlich zum Thema. Zwar ist meine Liebe zu dem Genre in den Jahren etwas zurückgegangen, aber noch lange nicht erkaltet! Deshalb treibe ich mich auch im Deliria-Italiano-Forum herum und musste vor Kurzem feststellen, dass ich den Admin Santini noch aus den alten Zeiten kenne, als ich in den 90ern bereits schon einmal in Sachen Film im Internet recht aktiv war und dort die Mailingliste “Obskure Filme” ins Leben gerufen hatte.
Santini hat vor einigen Tagen ein Online-Interview mit der Italo-Exploitation-Ikone Giovanni Lombardo Radice, besser bekannt als John Morghen, geführt und mir die Erlaubnis erteilt, dieses Interview im Filmforum Bremen komplett zu veröffentlichen. Dafür mein herzlicher Dank an ihn und gleichzeitig auch noch die ausdrückliche Empfehlung für alle Interessierte, sich das Deliria Italiano-Forum einmal näher anzusehen. Es lohnt sich!
Das Interview ist in englischer Sprache. Ich hoffe, das stellt für die meisten Leser kein Problem dar.
Giovanni Lombardo Radice
Actor / Director / Writer – to some better known as John Morghen.
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