Mehr zu Lars von Triers “Antichrist”

Von , 11. September 2009 15:26

Noch so etwas wie ein Nachtrag zu meinem Posting gestern. “Antichrist” wird ja zur Zeit in wirklich allen Medien auf das Ausführlichste rezensiert, interpretiert und diskutiert. Ich habe aus dem Wust an Material einmal zwei Interviews mit ihm herausgesucht, die ich sehr interessant finde.

Auf “Spiegel Online” ist ein längeres Interview zu finden, in dem sich Von Trier auf die ihm eigene Art als kranker Geist inszeniert und die Interviewer ein wenig provoziert. Ich glaube zwar, dass Von Trier wirklich an einer Depression leidet, aber auch, dass er gerne damit kokettiert, um ein Kunstfigur “Von Trier” zu kreieren. Auf diese Weise muss er von seinem wahren Selbst nicht zuviel preisgeben. Im Spiegel-Interview bezeichnet sich Von Trier als Controll-Freak – und ich glaube, er genießt die Kontrolle, die er so über das öffentliche Bild des Regisseurs Von Trier hat. Denn die Journalisten schnappen nur allzu gern nach den Brocken, die er ihnen hinwirft, da sie so wunderbar zum Image des “genialen Verrückten” passen. Hier ist er dem großen Alfred Hitchcock nicht unähnlich, der ja auch die Kunstfigur “Hitch” erschuf, welche in Interviews so wunderbar zu unterhalten verstand, aber ihm auch gleichzeitig einen Schutz bot, um nicht zu persönlich zu werden. Und noch eins ist beiden gemeinsam: Man hört ihnen verdammt gerne zu :)

Richtig zu hören gibt es Lars von Trier dann in einem 41 minütigen Audio-Interview, welches auf der Homepage der Zeitschrift “Cargo” zur Verfügung gestellt wird. Auch sehr empfehlenswert.

Ferner gibt es noch zwei Texte zum Film, in denen sich die literarischen Schwergewichte Daniel Kehlmann und Elfriede Jelinek mit dem Film “Antichrist” auseinander. Den Kehlmann Text kann man auf der Homepage der “Zeit” nachlesen, den von Jelinek gibt es bisher nur in der Printausgabe der Zeitschrift “Cargo” (also los zum Kiosk und kaufen, denn die Zeitschrift lohnt sich sowieso). Eine Zusammenfassung beider Texte ist in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht worden und auf Filmportal.de zu lesen.

Kritik zur “Antichrist”-Kritik im “Weser Kurier”

Von , 10. September 2009 16:29

Warum tue ich as nur immer wieder? So langsam müsste ich es doch gelernt haben! Lese nie die Kritiken im “Weser Kurier”, wenn Du den Film noch nicht gesehen hast!!! Aber heute morgen war ich noch etwas schläfrig und da arbeitet das Gehirn etwas langsam. Somit rutschte mein Blick unglücklicherweise auf die heutige “Antichrist“-Kritik von Rainer Mammen.

Ah, Lars von Trier – einer meiner absoluten Lieblingsregisseure. Da ist natürlich der Reflex schnell da, einen Text über Von Triers neusten, in den Medien heiß diskutierten (wobei, die herbei geschriebene “Kontroverse” gibt es eignetlich gar nicht, da der Film überall einstimmig als Meisterwerk hochgejubelt wird) Werk zu lesen. Oh, die Strafe folgte sogleich auf dem Fuße. Gut, einige Plot-Punkte sind bekannt und wurden bereits ad nauseam durch die Presse getrieben, aber zumindest das Ende wurde bisher durchaus diskret behandelt. Und womit beginnt Mammens Kritik? Genau. In bester “Weser Kurier”-Tradition mit einer genauen Beschreibung eben dieses. Das ist genauso, als hätte man damals kurz vor dem Deutschlandstart eine Kritik des Filmes “The Sixth Sense” mit den Worten begonnen: “Am Ende stellt sich also heraus, dass der Protagonist den ganzen Film über tot war” (wobei ich mich erinnere, dass die Kritik “Weser Kurier” damals genau dies tat, indem sie gleich am Anfang einen Plot-Twist versprach, der für Kenner des Filmes “Jacob’s Ladder” keine Überraschung sein dürfte. Aha? Danke!)

Was soll das? Die Kritik ist an sich gut und fundiert geschrieben und kommt vor allem auch ohne diesen heftigen Spoiler aus. Warum stellt man ihn also der Kritik ohne Vorwarnung vorweg? Macht es Herrn Mammen einfach nur diebisch Spaß? Man sollte es fast annehmen, da er am Ende des Textes einen Epilog erwähnt, nur um auch diesen en detail zu beschreiben. Okay, ich möchte Herrn Mammen mal folgendes Motiv unterstellen: Vielleicht wollte er den Zuschauern vorsätzlich vor vollende Tatsachen stellen, damit dieser sich nicht durch eine klassische “Suspensegeschichte” ablenken lässt, sondern seinen Blick voll und ganz auf das Wesentliche, nämlich das psychologische Spannungsfeld zwischen den beiden Protagonisten konzentriert. Aber irgendwie zweifle ich an solch edlen Beweggründen und tippe auf reine Boshaftigkeit.

Filmfest Oldenburg: Timetable ist online

Von , 3. September 2009 20:14

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Da war man bei der Internet-Redaktion des Filmfests Oldenburg noch fleißig.

Der Timetable steht jetzt online.

Fröhliches Planen!

16. Internationales Filmfest Oldenburg

Von , 3. September 2009 15:49

Plakat_2009_miniZwischen dem 16. und 20. September findet in Oldenburg – nun schon zum 16. Mal – das alljährlichen “Filmfest Oldenburg” statt, welches auch gerne einmal vollmundig als das “Deutschlands Sundance Festival” bezeichnet wird.

Dieses Jahr schaffe ich es nun auch einmal nach Oldenburg zu fahren und nach längerer Zeit ENDLICH mal wieder bei einem Filmfestival dabei zu sein. Die Vorfreude ist schon sehr groß :)

Seit gestern Abend steht auch schon die Liste der auf dem Festival vertretenen Filmen online.

Zwar fehlen bei einigen Filmen noch die Anfangszeiten und daher gibt es noch keinen Timetable zum Download (der soll aber morgen kommen), aber anhand der bereits vorliegenden Angaben kann man schon einmal beginnen, seinen Festivalbesuch zu planen.

In Bremen gibt es so etwas Schickes ja leider nicht :(

Originalfassungen in Bremen: 03.09.- 09.09.09

Von , 2. September 2009 17:56

Da in den Kinos zum größten Teil nur Originalfassungen aus der letzten Woche laufen, bin ich heute mal faul und kopiere bei den betreffenden Filmen auch nur meine Bemerkungen aus der Vorwoche.

Beim Leben meiner Schwester – Cinemaxx, Mo. 7.9., 19:45 – US-Drama von Nick Cassavettes um ein junges Mädchen, dass einst als “Ersatzteillager” für seine Leukämiekranke Schwester gezeugt wurde und nun rebelliert. Mit Cameron Diaz und Alec Baldwin.

- G.I – Joe – Cinemaxx, Sa.+Die. 17:05 – Grellbunte Verfilmung einer weiteren Hasbro-Spielzeug-Serie. Regie führt Stephen Sommers, der am Anfang seiner Karriere (Deep Rising, Die Mumie) mal ganz unterhaltsam war.

In the Mood for Love – Kino 46, Fr.+Sa., 20:30; So. 18:00 – moderner Klassiker von Wong Kar-Wei mit Maggie Cheung und Tony Leung.

Julie & Julia – Cinemaxx, Do.+Mo., 17:05 – auf einer wahren Geschichte beruhender Film über eine US-TV-Köchin in den 50ern und eine Frau, die 40 Jahre später in einem Rekordversuch alle deren Rezepte nachkocht. Mit Meryl Streep.

Public Enemies – Cinemaxx, Fr. 4.9. 16:55+22:30; So. 6.9. 16:55 -Michael Manns starbesetzter Gangsterfilm um John Dillinger und die Jagd nach ihm. Mit Johnny Depp als Dillinger, Christian Bale und Marion Cotillard (Oscar für ihre Darstellung der Edith Piaf in in La môme).

Sneak Preview – Cinemaxx, Do. 3.9., 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., 7.9., 21:45

Uzak – Kino 46, Di. 8.9., 20:30 – türkisches Drama um einen Photographen in einer Lebenskrise und seinen aus einem armen Dorf nach Istanbul gekommenen jüngeren Bruder.

Warten auf das Glück – Kino 46, Do, So+So., 20:30 – französisch-mauritansiches Drama um einen jungen Mann, der Abschied von seinem Dorf nimmt.

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