Festival „Filmland Polen“ – das Programm

Das Programm für das diesjährige Festival „Filmland Polen“ (welches auch in diesem Jahr wieder im Kino 46 zu sehen sein wird) steht nun endlich fest und wurde auf der Homepage des Festivals veröffentlicht.

Allerdings bin ich nach dem ersten Blick doch ziemlich enttäuscht. Statt aktuelle polnische Filme aus dem letzten Jahr zu zeigen, hat das Programm eher einen retrospektiven Charakter, wobei mir manche Entscheidungen schleierhaft sind. Warum z.B. „Sumurun“ von Ernst Lubitsch und „Die Fälschung“ von Volker Schlöndorff gezeigt werden, erschließt sich mir nicht wirklich. Erster ist eine rein deutsche Produktion und letzterer eine deutsch-französische Co-Produktion, die in Palästina spielt. Das im ersten Film Pola Negri eine der Hauptrollen und im Schlöndorff Film Jerzy Skolimowski eine Nebenrolle spielt, halte ich auch für ein an den Haaren herbeigezogenen Grund, denn ein weiteren Bezug zum „Filmland Polen“ gibt es bei beiden Filmen nicht. Das ist irgendwie so, als ob man im Rahmen eines polnischen Filmfestivals „Catch Me If You Can“ oder „Die Tauchglocke und der Schmetterling“ zeigt, nur weil bei denen der große Janusz Kaminski die Kamera geführt hat. Bis auf den Eröffnungsfilm werden auch keine weiteren aktuellen Produktionen präsentiert. (Anmerkung 24.03.: Bei der Veröffnungsveranstaltung im Kino 46 nahm die Veranstalterin, Frau Slomka, noch einmal Bezug auf das Programm und das – sehr ansprechende – Konzept dahinter wurde klar. Zudem steht jetzt auch das komplette Programm auf der Homepage des Festivals zur Ansicht bereit und ich habe HIER auch noch einmal ausführlich etwas darüber geschrieben.)

Auf dem zweiten Blick entdeckt man aber dann doch einige hochinteressante Perlen, wie den Stummfilm „Die Bestie“ von 1917 (ebenfall mit der Negri) oder zwei Dokumentarfilme von Maria Zmarz-Koczanowicz.

Die Programmvorschau endet im August 2009, was Anlass zur Hoffnung gibt, dass in der zweiten Hälfte des Jahres noch aktuelle Produktionen nachgelegt werden. So würde ich z.B. sehr gerne die neue Komödie von Juliusz Machulski „Ile wazy kon trojanski?“ sehen, die in Polen im letzten Jahr sehr erfolgreich lief. Oder zwei der erfolgreichsten polnischen Filmen überhaupt: „Nie klam, kochanie“ und „Lejdis„, beide ebenfalls aus dem letzten Jahr.

Aber egal was da eventuell noch kommt, eines wünsche ich mir von ganzem Herzen: Bitte nicht wieder diese grauenvollen Beamer-Projektionen, die so aussehen wie von einem schlechten VHS-Band gezogen. Die haben mir im letzten Jahr nämlich ein ums andere Mal das Vergnügen am Film erheblich getrübt.

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